18. Februar 2010 „Die Vielfalt der Hilfsmittel hat mich sehr beeindruckt“
Studentin Lisa Henning war von ihrem Praktikum im FTB begeistert
Lisa Henning aus Wetter studiert Ergotherapie an der holländischen Universität Hogeschool Zuyd und absolvierte nun im Rahmen ihres Studiums ein einwöchiges Praktikum im Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Von der Vielfalt der Möglichkeiten, mit denen behinderte und ältere Menschen ein eigenständiges Leben leben können, war sie fasziniert.
„Aus meinem Studium kenne ich Hilfsmittel und weiß, wie sehr sie das tägliche Leben vereinfachen können. Aber welche Fülle es gibt und wie unterschiedlich sie funktionieren und zu handhaben sind, das habe ich jetzt im FTB erst erfahren und kennen gelernt“, erzählte die Zwanzigjährige. Vom Rollstuhl über den Badewannenlifter, vom höhenverstellbaren Küchenschrank bis hin zum Treppenlifter – all dies hat sie sich im Labor- und Testzentrum des FTB angeschaut und ausprobiert. „Es war hochinteressant. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass es eine Treppenraupe gibt“, so die Studentin. Die Treppenraupe kann leicht von einem Mann oder einer Frau bedient werden, die die darin sitzende Person ohne großen Aufwand Treppenstufen auf eine andere Ebene hinauf oder hinab befördert. Wie man sich in solch einem Gerät fühlt, konnte Lisa Henning im Selbsttest gut nach empfinden.
Außer der Treppenraupe probierte sie so manches Hilfsmittel aus. Dabei hat sie erfahren, dass zum Beispiel Rollstühle nicht alle gleich sind. „Der eine braucht wesentlich mehr Muskelkraft als ein anderer“, sagt sie. Vom Rollstuhl aus erkundete die junge Frau auch die Demonstrationswohnung des FTB, testete, wie man aus der Sitzposition alltägliche Küchentätigkeiten verrichten kann.
Die Studentin lernte im FTB Computerprogramme kennen und über REHADAT recherchieren, wie man an Hilfsmittel kommt. FTB-Mitarbeiter Alfred Burkl ließ sie auch an einem Fallbeispiel praktisch erfahren, wie die Wohnberatung vor Ort hilft. Er nahm sie zu einem Hausbesuch mit. Der Betroffene war in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, so dass er nicht mehr in seine Badewanne konnte. „Wir haben ihm aufgezeigt, welche Umbaumaßnahmen nötig sind und dass er während der Umbauzeit so lange in eine Kurzzeitpflege gehen kann “, so Burkl. Viel Neues ist auf die junge Wetteranerin in dieser einen Woche eingeprasselt. „Es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ich hatte vorher keine rechte Vorstellung, und neben den vielen praktischen Angeboten habe ich auch viele Hintergründe erfahren, die ich gut verwerten kann. Es war hochinteressant“, so das Resümee der Praktikantin.




Daniel Ryssel, Auszubildender Berufsbildungswerk